Gartenkunst

Gartenkunst geht über die Nutzbarmachung von Land hinaus zur ästhetischen Gestaltung - sie ist die Verbindung von gärtnerischer Arbeit und künstlerischer Kreativität


Sonntag, 24. Februar 2013

Eröffnung des Museums der Gartenkultur in Illertissen



Gärtnerstolz um 1925 - Foto aus dem Privatarchiv der Gärtnerei Helmut Kröß, Ulm



"Gärtner sind Handwerker, deren Beruf es ist, im Garten zu arbeiten. Der Gärtner ist ein Mann des Geistes und des Geschmacks. Die vielfältigen Tätigkeiten seiner Kunst erfordern vollkommene Erfahrung, die sich aus dem Studium der Natur ergibt." 
Mit diesem Zitat aus dem "Dictionnaire du Jardinage" von A.N. Dezallier d'Argonville aus dem Jahr 1763 leitete Dr. Reinhard P. Hemmer seine unterhaltsame Rede zur Eröffnung des neuen "Museums der Gartenkultur" in Illertissen am 22.2.2013 ein.



Von sprudelnden Ideen, Ernüchterung, Ermunterung und schließlichem Gelingen eines ambitionierten Planes berichtete er den zu dem festlichen Ereignis angereisten Gästen.
Angesichts eines alten Treibhauses in Dießen fingen drei Männer im Juli 2010 an zu träumen - aus dem Glashaus sollte ein neues Museum werden. Aber dann kam alles ganz anders...

Dießen im Juli 2010
Der Traum: Aus einem alten Treibhaus wird ein neues Museum
Illertissen, März 2011
Die Wirklichkeit: Es geht nicht.
Es musste alles neu überdacht und  neu geplant werden...

Der fünfte Entwurf führte zur Erkenntnis: das isses!
Das neue Museum der Gartenkultur von oben 
Im Außenbereich ist noch vieles in Planung - neben den wechselnden Ausstellungen im Museumsbau werden Pflanzenkabinette wie das "Formobstkabinett" und viele weitere den Besuch zu verschiedenen Jahreszeiten interessant machen.



Illertissens Bürgermeisterin Marita Kaiser freute sich über eine weitere Attraktion in "ihrer" Stadt, die sich damit weiter als Museums- und Gartenstadt positioniert. 



Dr. Michael Henker, Leiter der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen, zitierte Picassos Spruch "Gebt mir ein Museum und ich werde es füllen". Das Dreigestirn des Vorstands ging den umgekehrten Weg: Sie bauten ein Museum, um einen Platz für Ausstellungen aus der umfangreichen Sammlung des Landschaftsarchitekten Wolfgang E. Hundbiss zu schaffen. Von Sammelleidenschaft, Sammlerglück, vom Sammeln und Sichern, Konservieren und Bewerten als langem Prozess bis hin zur Ausstellung im Museum erzählte Dr. Henker. Als "Schatzkammer", egal was der Inhalt denn ist, bezeichnete er ein Museum und hob die Bedeutung gerade regionaler Museen  als Sachgedächtnis einer Gesellschaft und als "Identitätsbank" des regionalen Stolzes hervor.


Christine Högl entführte das Publikum mit ihrer keltischen Harfe  zwischen den Reden  in ihre Klangwelten


Jörg Geiger von der Manufaktur Jörg Geiger in Schlatt bei Göppingen stiftete für das Fest köstliche Spezialitäten aus seinem Keller wie den Secco aus der Champagner Bratbirne. Den Ausschank übernahm die Ulmer Slow Food Gruppe, die den Gästen auch regionale schwäbische Spezialitäten wie "Schneckenbutter", geräucherte Forelle, Käse und einen feinen Linsensalat aus der "Alb - Leisa" anbot. An der warmen Theke gab es leckere Variationen der typisch schwäbischen Maultaschen.





Drinnen warten die Zwerge schon auf ihre neuen Einsatzorte

 Die Dekoration folgt dem Motto "Frühlingserwachen"

Aber draußen herrscht noch tiefster Winter
Don Quijote im Schnee

Wolfgang Seethaler stiftete für das Museum ein Bild, das von Elfriede Heinze aus Vorarlberg und von Anke Kuhbier, der Gründerin der "Gartengesellschaft" (Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur e.V.), enthüllt wurde. Es zeigt eine Dame in einem "Lustgarten" und soll laut Seethaler das Museum - in dem es ja im wesentlichen um die gärtnerische Arbeit gehe - um den Aspekt der reinen Freude am Garten bereichern.



von links: Anke Kuhbier, Dr. Reinhard P. Hemmer, Elfriede Heinze, Dieter Gaißmayer

Der Vorstand der Stiftung Gartenkultur: Dr. Reinhard P. Hemmer, Wolfgang E. Hundbiss und Dieter Gaißmayer

lauter zufriedene Gesichter
Die Arbeitsbereiche des Museums umfassen: das "Gartenarsenal" (Sammlung und Museum), das "Sortenarsenal" (Pflanzensammlung, Kultivierung, Beobachtung, Selektion und Wissenssammlung), die Gartenbildung (Wissensvermittlung für Laien und Fachleute) und "Offene Gärten" (gartenkulturell bedeutende und sehenswerte öffentliche und private Gärten in Schwaben)
Mehr Informationen über die Arbeit der Stiftung Gartenkultur, das Museum, aktuelle Termine usw. auf der Seite der
 Stiftung Gartenkultur 

Mehr über die aktuelle Ausstellung
 "Vom Samenkorn zum Setzling" bei Gartenziele


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