Gartenkunst

Gartenkunst geht über die Nutzbarmachung von Land hinaus zur ästhetischen Gestaltung - sie ist die Verbindung von gärtnerischer Arbeit und künstlerischer Kreativität


Sonntag, 5. Februar 2017

Buchtipp: Romantische Gartenreisen in England

"Romantische Gartenreisen in England" von Anja Birne, erschienen bei Callwey 2016, ist mehr als ein Gartenreiseführer. Schon der erste Satz in der Einleitung "Dieses Buch entwickelte sich aus den Erfahrungen privater und beruflicher Gartenreisen, die mich zwischen 1994 und 2015 durch England führten" verrät, dass die Autorin aus profunder eigener Erfahrung berichtet und der Zusatz "Mit den besten Geheimtips" im Titel sicher kein dahingeschriebener Werbespruch ist. 

Die einzelnen Kapitel entführen die Leser nach Kent, East & West Sussex, Hamphire, in die Cotswolds, nach Summerset und nach Cornwall und stellen jeweils fünf bis neun besonders sehenswerte Gärten sowie jeweils auf einer Doppelseite besondere Reisetipps in diesen Regionen vor. Im Anhang sind noch weitere Gärten und Gärtnereien sowie zusätzliche Tipps zu interessanten Zielen aufgeführt.
Jedem vorgestellten Garten sind zwei bis vier Seiten mit etwa genauso vielen Fotos gewidmet. Den Fotos wurde viel Raum gegeben, häufig eine ganze und meist eine halbe Seite. Es wird nicht versucht, möglichst viel Ansichten eines Gartens zu präsentieren, sondern nur einige besonders eindrucksvolle Ansichten. Das gibt dem Auge Ruhe und macht das Durchblättern zu einem Genuß. Auch wer keine Reise nach England plant, wird an diesem Band Freude haben.




The Old Rectory, Cotswolds ©Anja Birne

The Old Rectory, Cotswolds ©Anja Birne




Die fachkundigen Texte bieten neben Informationen zur Geschichte der Gärten und ihrer Besitzer Hinweise auf charakteristische Gartenelemente, besondere Pflanzungen und jahreszeitliche Höhepunkte - zusätzlich vermitteln sie aber auch die Begeisterung der Autorin, ohne dass sie dabei zu sehr ins Schwärmen gerät.

Wie schon auf der Banderole im Bild oben zu erkennen ist, bekam  "Romantische Gartenreisen in England" 2016 den Deutschen Gartenbuchpreis in der Kategorie Bester Garten-Reiseführer.


Sissinghurst Castle Gardens © Marianne Majerus

Pettifers, Cotswolds © Clive Nichols




Für Backbegeisterte und Genießer süßer Leckerbissen wird das letzte Kapitel der krönende Abschluß sein: Gute 30 Seiten mit Rezepten für den stilvollen Afternoon Tea. Von Shortbread und Chocolate Brownies bis zu Lemon Curd und Queen Mum's Favorite Cake reicht die süße Palette, für Liebhaber eher herzhafter Bissen gibt es Rezepte für Beetroot Tart, Salmon Mini Tart und diverse klassische Sandwiches. Die verführerischen Fotos dieses Kapitels stammen von Vanessa Jansen. Zubereitet wurden die Köstlichkeiten von Anja Birnes Gartenfreundinnen.

Für alle, die keinen guten Buchhändler in der Nähe haben - hier geht es zur unkomplizierten direkten Bestellung beim Verlag (portofrei)
Romantische Gartenreisen in England



Samstag, 28. Januar 2017

Frisch ausgepackt: "Avantgardening - Plädoyer für gegenwärtiges Gärtnern" von Torsten Matschiess

Der Garten Alst am Niederrhein ist vielen gartenbegeisterten Menschen schon ein Begriff - im September 2014 erschien in der "Gartenpraxis" ein zwölfseitiges Porträt dieses Gartens.
Torsten Matschiess, der zusammen mit seiner Lebensgefährtin Daniela Pawert den Garten Alst als ihr privates Refugium entwarf, pflegt und bewohnt, hat nun ein Buch geschrieben in dem er seine Gartenphilosophie und bisher gesammelten Erfahrungen vorstellt. 
"Avantgardening - Plädoyer für gegenwärtiges Gärtnern" ist Anfang Januar im Ulmer Verlag erschienen und ist der erste Band einer geplanten Edition über Gartenkultur.


Nach einer kurzen Einleitung mit der Geschichte, wie es zur spontanen Stadtflucht des musikaffinen Paares kam, geht Matschiess im ersten Kapitel ausführlich auf die Erfahrungen und Experimente des ersten Jahres (genauer eigentlich der ersten Jahre) im Garten ein. Einen halben Hektar Ackerland in einem parkähnlichen Garten zu 
verwandeln ist eine Herausforderung, die zunächst gründliche Planung verlangt. Auch wer unter völlig anderen Grundbedingungen einen neuen Garten anlegt wird hier viele wertvolle Tipps zu einer vernünftigen Vorgehensweise finden.
Im zweiten Kapitel geht es um Trends, Intuition und Lehrbuchwissen, im dritten um die Gestaltung im Detail und im vierten stellt der Autor seine Lieblingspflanzen vor. Wenn man schon Bilder des Gartens Alst gesehen hat kann man ahnen, dass es hier vorwiegend um Knöterich und Wiesenknopf geht. Der herausragende Gartenfotograf Jürgen Becker hat sie wunderbar in Szene gesetzt. 
Was die spezielle Schönheit und Charme der vom Gärtner inszenierten Pflanzungen herausstellt zeigt sich besonders an den stimmungsvollen Fotos des chinesischen Süßholzes und der mir bis dahin unbekannten Verwachsenblättrigen Becherpflanze (Silphium perfoliatum), deren verwelkte Stiele sich aus eindrucksvolle Skulpuren gegen den Himmel und die im Hintergrund durchscheinende Landschaft abheben.

Chinesisches Süßholz © Torsten Maschiess aus „Avantgardening“

 
Überraschend ist der Vergleich von Rasen vs. Staudenbeet, nach dem eine Rasenfläche mittel- bis langfristig vier mal mehr Arbeit macht als eine moderne Staudenpflanzung. Wobei eine "moderne Staudenpflanzung" vor allem eine sehr genaue Auswahl geeigneter Pflanzen für den jeweiligen Standort bedeutet. Wie viel Engagement und Sorgfalt hinter den Pflanzungen steckt wird deutlich, wenn der Autor im Abschnitt "Test auf Standfestigkeit" beschreibt, wie er verschiedene Sorten von Kandelaber-Ehrenpreis drei Jahre lang beobachtete und bewertete, bevor er dann zwei davon auswählt um sie auf einer größeren Fläche auszupflanzen.
Unter dem Stichwort "Pflegeverzicht" wird unter anderem von einem Beet berichtet, dass bis auf das Jäten einer einzelnen Brennessel nach der Anlage drei Jahre lang keinerlei Pflege bedurfte. Unvorstellbar? Nicht bei nach ökologischen Erkenntnissen gut konzipierten Pflanzungen, sagt der Autor.

© Jürgen Becker aus „Avantgardening“, Verlag E. Ulmer


Interessant auch der Ansatz, als Sichtschutz nicht durchgängige Hecken oder Zäune einzusetzen, sondern durch gut geplante Gruppen von Gehölzen und hohen Stauden einen "verstellten Blick" auf die Terrasse, Sitzgruppen oder andere Rückzugsbereiche zu schaffen. So wirkt der Garten nicht abgegrenzt, sondern offen und weit und bietet dennoch genügend Privatheit. Also quasi das umgekehrte Konzept zu einzelnen Ausblicken in eine "geborgte Landschaft".
In diesem Kapitel hätte ich mir mehr Beispiele gewünscht, sowohl was Pflanzideen als auch Fotos betrifft. Doch in dem für mich an sich sehr angenehmen lockeren, oft ironischen und sehr persönlich gehaltenen Schreibstil des Autors wird bald "am Rande angemerkt" und zu einem völlig anderen Inhalt übergegangen, der dann zwar ebenfalls interessant ist, aber das Thema des verstellten Blicks völlig verlässt und mehr Text einnimmt als dem eigentlichen Thema gewidmet ist.
Schade fand ich auch, dass in dem Abschnitt "Rosen und Stauden" nur sehr wenig Text zu finden ist. Zu der Bemerkung, dass sich nicht alle Rosen als perfekte Partner in Stauden- und Gräserpflanzungen eignen, wäre der Hinweis auf einige dafür gut geeignete schön gewesen.

© Jürgen Becker aus „Avantgardening“, Verlag E. Ulmer
Damit ist wohl beschrieben, was dieses Buch ist und was es nicht ist - kein "How to..." Gartenbuch mit klaren Anweisungen und Pflanzlisten, sondern ein sehr persönlicher Diskurs über die Anlage naturnaher dauerhafter Stauden- und Gräsergärten. Es bietet Anregungen zu eigenen Experimenten und Erfahrungen und macht Lust darauf, Wege jenseits altbekannter Gartenstile zu beschreiten. Denn es bietet ja keine um "Rezepte" die sich einfach auf den eigenen Garten übertragen lassen, sondern es geht mehr um Methoden, wie man an die Gestaltung heran gehen könnte.

Das größte Manko besonders im Hinblick auf weitere interessante Titel der geplanten Reihe ist für mich der allzu weiche Einband des Buches. Im Kombination mit dem quadratischen Format ist er ziemlich unpraktisch beim Schmökern auf dem Sofa, beim Lesen bräuchte man eigentlich eine feste Unterlage.

Mein persönliches Fazit: Bei allen Kritikpunkten ein sehr lesens- und habenswertes Gartenbuch, das unter Gartenmenschen sicher für Gesprächsstoff sorgt.

Zur Bestellung direkt beim Verlag: "Avantgardening - Pädoyer für gegenwärtiges Gärtnern"


Blogbeitrag über den Garten Alst bei "Wiesenknopfschreibselei"
Garten Alst bei Facebook

Sonntag, 22. Januar 2017

Samenfest bei Rapunzel in Legau

Am Samstag, den 21. Januar fand bei Rapunzel in Legau das "Samenfest" statt. Für mich war es die erste Saatgutbörse die ich besuche - da ich in meinem Garten bisher von wenigen Ausnahmen abgesehen ohne eigene Aussaaten arbeite, war es für mich nicht so interessant. 
Hingefahren bin ich wegen Andrea Heistingers sehr informativen Seminar zum Thema "Kräuter richtig anbauen" in dem es vorwiegend um die verschiedenen Lebensbereiche der Kräuter ging. 
Danach schaute ich in die große Halle, wo für mich überraschend viele Anbieter von biologischem Saatgut ihre Stände aufgebaut hatten. Bekannte Firmen wie die Demeter Erzeuger Bingenheimer Saatgut und Sativa hatten ein riesiges Sortiment mitgebracht, aber auch kleinere Betriebe und einzelne Gärtner waren mit einer großen Auswahl an eigenem Saatgut vertreten.



Auch das Angebot an Büchern war sehr verlockend... die Buchhandlung Kappler (Leutkirch) hatte eine interessante Auswahl an Gartenbüchern mitgebracht, Andrea Fischer vom Himmel & Erde Versand hatte neben Saatgut vorwiegend vegetarische und vegane Kochbücher dabei.


Auf dem unteren Bild Saatgutkisten von Klaus Lang aus Wolfegg,


dessen Präsentation von Bohnensorten und alten Getreidesorten mich in den Bann zog. Ich muss zugeben, dass mir zum ersten Mal klar wurde, dass es mehr Sorte der besonders robusten Feuerbohnen gibt als man im "normalen" Saatguthandel bekommt.


Von Klaus Lang erfuhr ich, dass er die verschiedenen Getreidesorten per Hand (bzw. mit einem Dreschflegel in der Hand...) in einem Kopfkissenbezug drischt und nachher mit Sieben reinigt. Gut zu sehen war, dass die Körner vieler alten Urgetreide sich kaum vom Spelz trennen lassen.


Margot Paucke (Bild unten) ist in der Allgäuer Permakulturszene (siehe ReWig Allgäu) bekannt - hier sie bietet Saatgut aus ihrem Selbstversorgergarten in Heuwang (Unterthingau) an. Im Winter gibt die quirlige Gartenexpertin Kurse für biologischen Gartenbau.


Die Allgäuer Holzbildhauerin Lucia Hiemer (im Bild unten ganz rechts) ist nicht nur eine gefragte Künstlerin, sondern inzwischen auch engagierte (Permakultur)Gärtnerin und hatte ebenfalls eine reiche Auswahl an Blumen- und Gemüsesaatgut aus dem eigenen Garten dabei.
Foto: Rapunzel
Regionaler als bei diesen drei Quellen kann man im Allgäu wohl kaum Saatgut erwerben. 

Hier ein Link zu Videoaufzeichnungen der Vorträge der Veranstaltung: http://www.rapunzel.de/samenfest

So groß war der Andrang beim Samenfest.. rechts Klaus Lang an seinem Stand. Foto: Rapunzel
 

Die nächsten Saatguttage in der Region:

25. Februar 2017: Bio-Saatgut-Tag in der Bio-Gärtnerei Christian Herb in Kempten von 8.30-14.00

4. März 2017: 1. Oberschwäbisches Saatgut-Festival in Bad Schussenried, Stadthalle, Schulstr. 22

12. März 2017: 4. Dinkelsbühler Samenfest (ok, das ist nicht mehr ganz regional aber sicher einen Besuch wert)

8. April 2017: Saatgut-, Regio- u. Ökomarkt in Illertissen in der Schranne und auf dem Schrannenplatz mit dem Schwerpunkt Chili und Bienen. 9.00-17.00

Wer noch mehr Veranstaltungen kennt, ich freue mich über Kommentare...

Eine gute Zusammenstellung von Bezugsquellen für Bio-Saatgut hat Eva Schumann bei "Tinto bloggt" zusammen gestellt:
Wo kauft man samenechte Sorten - Biosaatgut - alte Sorten

und ebenfalls die andere Seite:

Monsanto in meinem Garten
und "Monsanto als ungebetener Gast im Garten"

Danke an Martina Meidinger für diesen interessanten Link:
https://www.nutzpflanzenvielfalt.de/termine

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Le Jardin de l'Escalier - ein besonderer Garten im Elsass

L'Escalier in der elsässischen Gemeinde Brumath nördlich von Strassburg ist ein ungewöhnlicher Ort. Die ehemalige Zimmerei hat sich in ein kulturelles Zentrum verwandelt - einen Ort der Begegnung mit einer Bar, einem Restaurant, einem kleinen Laden für Tee, ausgewählte Keramik und mehr, einer Kunstgalerie sowie (für uns ausschlaggebend als Besuchsziel) einem Garten, der seit 2007 die begehrte Auszeichnung 'Jardin remarquable' trägt und von Anfang Mai bis Ende September für Besucher geöffnet ist.
Eine Pergola im Empfangsbereich markiert laut Beschreibung der Besitzerin Michèle Schneider den Übergang zwischen der profanen Außenwelt und der "heiligen" Welt des Gartens.
Hinter dem Eingangstor betritt man zunächst die "Passage Francis Schneider". Von hier aus hat man Zugang zur Galerie. Dies ist auch der Bereich der Hühner, die sich hier frei bewegen können. Auf der rechten Seite befinden sich zwei Eingänge in den eigentlichen Garten. 


Die verschiedenen Bereiche des Gartens werden auf dem Plan dargestellt - direkt neben dem Wohnhaus am linken unteren Rand liegt ein offener Platz ("l'agora"), umrandet von großen Büschen, einem Wasserbassin, einem schattigen kleinen Teegärtchen und dem auf einem Holzdeck errichteten Pavillon.



Zur Erklärung des Elementes A. le tokonoma auf dem Gartenplan:
Tokonoma sind ein essenzielles Element der traditionellen japanischen Innenarchitektur. Dabei handelt es sich um kleine ebenerdige oder leicht erhöhte, etwa 50 cm tiefe und 1–2 m breite Nischen oder fensterlose Erker. Sie dienen rein dekorativen Zwecken und werden typischerweise mit einer senkrecht hängenden Schriftrolle oder einem Ikebana-Arrangement ausgestaltet.



Ein junger Feigenbaum neben kunstvoll arrangierten Scherben alter Tonkrüge


Es lebe die Phantasie - eine Stadt aus Ziegeln neben dem kleinen Gewächshaus, das den Hühnern als Unterkunft dient.


Dieser japanisch inspirierte Pavillon kann als Übernachtungsplatz gemietet werden - ein zauberhafter Platz für Menschen mit Sehnsucht nach Ruhe.


Hinter dem Pavillon vorbei geht es in den Gemüsegarten mit der Rosenlaube, die von mehreren Exemplaren des stark wüchsigen, cremeweiß blühenden Ramblers 'Albéric Barbier' beschattet wird. Im Hintergrund sieht man Michèle Schneider, die an diesem heißen Tag lange mit der Gießkanne unterwegs ist.


Jeder Garten braucht einen Wirtschaftsbereich - aus der grün emaillierten alten Wanne wird das Gießwasser geschöpft.




Das Herz des Gartens, wo die magisch wirkende Verwandlung von "Grünabfall" in fruchtbare Erde statt findet - der Kompostplatz.


Lohn der Mühe: üppig wachsende, gesunde Gemüsepflanzen - nur mit Kompost gedüngt.



Die Hochbeete sind mit geflochtenen Eisenbändern eingefasst


Die Holzbänke am Rand des Gemüsegartens laden uns zu einer längeren Rast im Garten ein


Flache Wasserbecken mit interessanter Bepflanzung…


Hinter den Wasserbecken markieren diese Pergolen den Übergang zum Obst- und Zen Garten (Nummer 18 auf dem Gartenplan)


"Le jardin zen" mit dem Schatten spendenden Bambushain - eine Oase der Ruhe und Erfrischung an heissen Tagen.


Die Bilder zeigen noch längst nicht alle sehenswerten Details, ich hoffe sie geben dennoch einen guten Eindruck des 2.900 Quadratmeter großen Gartens. Wer ihn besuchen möchte, sollte als Gast die ruhige Atmosphäre des Ortes respektieren - dies ist kein auf große Effekte publikumswirksam ausgerichteter Schaugarten, sondern ein privates Gartenparadies. Eltern werden gebeten, ihre Kinder gut zu beaufsichtigen und ihnen keine lauten Spiele wie Verfolgungsjagden zu erlauben. 
Hunde haben keinen Zutritt. 
Der Garten kann vom 1.05 bis zum 25.09. (außer Montag und Dienstag Nachmittag zwischen 14.00 und 18.00 Uhr) täglich tagsüber besucht werden. Geführte Gruppenbesuche sind nach Anmeldung in französischer, deutscher und englischer Sprache möglich.
Sonntags nach Anmeldung Brunch zwischen 11.00 und 14.00 Brunch und Afternoon Tea zwischen 17.00 und 20.00 im Restaurant.

Adresse:
Jardin de l'Escalier
Michèle Schneider
10, rue de Pfaffenhofen - 67170 Brumath
http://www.lescalier-brumath.com/

Eintrittspreis 4.- Euro, Studenten und Kinder >10 Jahre 2,50, Kinder unter 10 Jahren frei
Der Garten ist für Rollstuhlfahrer und Senioren mit Gehwagen gut zugänglich - entgegen des Namens gibt es keine großen Stufen zu überwinden.



Montag, 13. Juni 2016

Der Garten des Palazzo Pfanner in Lucca

Der Garten des Palazzo Pfanner in der toskanischen Stadt Lucca ist ein Juwel barocker Gartenkunst. Ein "Must See" für Gartenfreunde bei einem Besuch in der Toscana!
Der hervorragend gepflegte Garten liegt direkt an der Stadtmauer von Lucca, man kann beim Rundgang auf der Stadtmauer in den Garten blicken. Aber um ihn wirklich zu erleben, sollte man ihn zusammen mit dem Palazzo Pfanner in Ruhe besichtigen.
Der Palazzo wurde etwa um 1660 gebaut, die beeindruckende Außentreppe auf der Rückseite Richtung Garten stammt von 1686. Mit der Anlage des Gartens wurde etwa 1700 begonnen.

© Barbara Ehlert 2016

Vom ersten Stock aus hat man eine gute Übersicht über den Garten. Vom Eingang der Villa führt ein breiter Weg zum Haupttor der Orangerie, der von einem oktogonalen Brunnenbecken unterbrochen wird.
Vierzehn übermannsgroße Marmorskulpturen antiker Götter aus dem 18. Jahrhundert flankieren diese Achse. Vorn vor dem Eingang in den Garten stehen links Juno, rechts Jupiter. Gleich hinter dem Tor in den Garten folgen Statuen von Venus und Mars, Minerva und Diana.


© Barbara Ehlert 2016

Mars bewacht den Eingang zum Garten © Barbara Ehlert 2016

© Barbara Ehlert 2016
Die Zitruspflanzen sind in beeindruckend gutem Pflegezustand - wie überhaupt der ganze Garten. Manche der großen Terracotta Töpfe tragen das Datum 1843.


© Barbara Ehlert 2016

© Barbara Ehlert 2016
Der Blick vom Haupttor der Orangerie auf den Palazzo mit dem grandiosen Treppenaufgang
Palazzo Pfanner in Lucca © Barbara Ehlert 2016
Am Brunnenbecken scheinen die Götterstatuen einen Plausch zu halten


© Barbara Ehlert 2016

© Barbara Ehlert 2016
Kriechender Rosmarin an einem Mäuerchen


Kriechender Rosmarin © Barbara Ehlert 2016
Der verspielt gestaltete Ablauf des Brunnenbeckens

© Barbara Ehlert 2016

© Barbara Ehlert 2016

Vor der Orangerie stehen akkurat geschnittene Formgehölze - die meisten sind Lorbeerpflanzen, aber es sind auch Zitrusbüsche darunter. Bänke und Stühle laden zur Rast ein, hier kann man die Zeit völlig vergessen...

© Barbara Ehlert 2016

Von der Stadtmauer aus hat mein einen guten Blick in den Garten - dennoch sollte man auf den ebenerdigen Besuch nicht verzichten!

© Barbara Ehlert 2016


Im Jahr 1846 richtete der Bierbrauer Felix Pfanner aus Hörbranz am Bodensee auf Einladung des Herzogs Carlo Lodovici von Bourbon eine Brauerei ein, die "Birreria Pfanner", die bis 1929 betrieben wurde. In dieser Zeit diente der Garten als Biergarten. Pfanner erwarb nach und nach das Gebäude, das bis heute im Besitz der Familie ist. Im Palazzo Pfanner kann man auf Anfrage ein Apartment mit historischem Ambiente mieten, in dem bis zu vier Personen übernachten können. (Mail to dariopfanner@gmail.com)


Adresse:
Palazzo Pfanner
Via degli Asili 33, 55100 Lucca
Tel. +39 0583 954029
www.palazzopfanner.it

Öffnungszeiten 
April-Okt. 10-18.00


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Sonntag, 20. März 2016

Frühling in den Stauden und das Blattwerk von Bergenien

Die Staudensaison ist eröffnet - am Samstag den 19.03 lud die Staudengärtnerei Gaissmayer zum traditionellen "Frühling in den Stauden". Das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite und zahlreiche Besucher nahmen die Gelegenheit zu einer Führung durch das Mutterpflanzenquartier der Gärtnerei an. Im Café Grün fand man zeitweise nur noch schwer einen Platz - viele genossen ihren Kaffee auch draußen an der Sonne. 
Jedes Mal wenn ich die Gärtnerei besuche, fallen mir bestimmte Pflanzen auf - dieses Mal war es ein Leberblümchen das es mir besonders angetan hatte. Das "Siebenbürger Leberblümchen' wird zehn bis fünfzehn Zentimeter hoch und breitet sich an halbschattigen bis schattigen Standorten nach und nach flächig aus. Eine Frühlingsschönheit, die ich mir sicher für den Garten holen werde sobald ich einen guten Platz dafür weiß.



Hepatica transsilvanica - Siebenbürger Leberblümchen Foto© Barbara Ehlert 2016

Interessant fand ich auch die Kombination von kleinen gelben Narzissen mit einem schmalblättrigen Gras, das recht verwuschelt wirkte.


Foto© Barbara Ehlert 2016

Ansonsten schaute ich mir den Zustand einiger Blattstauden näher an. So wirkte z.B. die Heuchera 'Purple Petticoats', die ich wegen der markanten Blätter sehr schätze, in ihren Töpfen sehr "ausgewachsen", sie schob längere stakelige Triebe. Die ebenfalls sehr dunkel laubige 'Plum Pudding' hingegen war noch sehr kompakt. Da ich nicht weiß, wie lange diese Pflanzen schon in den Töpfen stehen, ist diese Beobachtung jedoch noch nicht wirklich aussagekräftig. Gut durch den Winter gekommen war offensichtlich die Penstemon Digitalis Sorte 'Husker's Red', deren rotes Laub auch in meinem Garten für die Jahreszeit sehr gut aussieht.
Das beste "Winterlaub" hatten die Bergenien - besonders die Sorten 'Oeschberg' und die rötlich braune, aufrecht stehende 'David'.


Bergenia 'David' Foto© Barbara Ehlert 2016
Heute machte ich mich an den Vergleich der Bergenien in meinem Garten. 'Oeschberg' hat zwar gesunde, kräftig gefärbte Blätter, die durch den vielen nassen Schnee im März jedoch sehr platt gedrückt sind. 


Bergenie 'Oeschberg' im März Foto© Barbara Ehlert 2016

Bergenie 'David' Foto© Barbara Ehlert 2016

Die ähnlich gefärbte 'Eroica' hat kleinere Blätter, die den Schneedruck schöner überstanden haben. 'David' sieht auch bei mir sehr proper aus, er wäre auch in schneereichen Gegenden eine gute Einfassungssorte.


Bergenie 'Eroica' Foto© Barbara Ehlert 2016


Bergenie 'Purpurglocken' Foto© Barbara Ehlert 2016

'Purpurglocken', die ich wegen ihrer dunklen purpurvioletten Blüten liebe, verschmilzt fast mit dem Herbstlaub. 'Herbstblüte' schiebt schon die ersten Knospen, gefährlich früh wenn man an die noch ausstehenden Fröste denkt. Die absolute Überraschung in puncto Blattschönheit ist 'Rotblum', ihr ist nicht das kleinste bisschen Schädigung durch Frost und Schnee anzumerken. 


Perfektes Blattwerk: Bergenie 'Rotblum' Foto© Barbara Ehlert 2016

Zum Abschluss noch ein Frühlingsgruß aus meinem Garten - Crocus etruscus 'Zwanenburg', dessen zarte Farbe an der Sonne wunderbar leuchtet (merke - mehr Krokusse in hellen Blautönen pflanzen…) und die bemerkenswerte, inzwischen in vielen Gärten anzutreffende Zwerg Iris 'Katherine Hodgkin'. In meinem mediterranen, sprich trockenen und nährstoffarmen Hochbeet vermehrt sie sich nicht nur prächtig, sondern kommt zwischen den Lavendelsträuchern auch besonders gut zur Geltung. Ein kleines Wunder, denn auch dort lag am 15. März noch eine gehörige Ladung Neuschnee.



Crocus etruscus 'Zwanenburg' Foto© Barbara Ehlert 2016

 Zwerg Iris 'Katherine Hodgkin' Foto© Barbara Ehlert 2016

Zwerg Iris 'Katherine Hodgkin' Foto© Barbara Ehlert 2016


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